Neues Feuer

Mal wieder was lustiges der Kiste kram:

Es ist einige Jahre her, da erlebte ein befreundetes Lager folgende Szene:

Zwei Jugendliche kommen auf das Lager zu, während gerade Feuer gemacht wird, um das Abendessen zu machen.

Junge 1: Komm da machen die gerade Feuer.

Junge 2: Aber wir waren doch gerade erst an einem Feuer!

Junge 1: Ja aber das hier ist frisch, das ist noch wärmer als das andere!

Unterschiede und Konfliktpunkte in der mittelalterlichen Darstellung

Aspekte der „grobmittelalterlichen Darstellung“

Wenn wir die Mittelalterszene betrachten, sehen wir nicht nur eine, sondern eine Vielzahl an verschiedenen Szenen. Das es so zu Konlfikten kommen kann, ist denke ich ersichtlich. Einer der Hauptpunkte die zu Konflikten führen ist, denke ich alleine schon der unterschied, den die verschiedenen Szenen bei der Vorstellung haben, was den nun Mittelalter ist.

Für die einen sind Filme und Romane Quellen für das Mittelalter und entsprechend ist ihre Vorstellung und Umsetzung.

Ein falsches Bild wird auch durch Mittelaltermärkte vermittelt, da diese keine geschichtliche Vermittlung zur Aufgabe haben, sondern Unterhaltung und Flair bieten. Damit bieten sie einen Ausgleich sowie eine Flucht vor dem Alltag.
Hier wird die Erwartungshaltung welche durch Film, Fernsehen und Romane geprägt ist bedient, um dem Besucher schöne Stunden erleben zu lassen.
Natürlich findet man auch hier immer wieder mal Darsteller mit historisch belegorientiertem Hintergrund, die Wissen über das echte Mittelalter vermitteln. Diese haben aber nichts mit dem Anspruch des Marktes zu tun sondern ergänzen diesen nur.

Einige fragen sich: Warum kann ich eine historische Darstellung nicht machen, nur weil ich etwas eigenes mit reinbringe, die waren doch nicht doof damals, wenn ich darauf komme, hätten die das ja auch machen können.
Da wir in der Geschichtswissenschaft genaue Definitionen haben, müssen diese auch bei einer Darstellung beachtet werden um eine historische Darstellung zu erreichen.

Interpretationen sind immer ein Teil der Darstellung, sollten aber möglichst immer wissenschaftlichen Standards und Arbeitsweisen entsprechen!
Was bedeutet das?

Nur anhand von wissenschaftlich erarbeiteten Interpretationen können wir sicher sein, dass die Möglichkeit das es so gewesen, auch gegeben ist.
Alles anderer entspringt nur der Phantasie des Einzelnen und nur weil etwas erdacht werden kann, heißt es nicht, dass das schon mal passiert ist und auch umgesetzt wurde. Wenn wir also eine Zeit Darstellen wollen, die es wirklich gegeben hat, müssen wir uns auf das beschränken, was wir wirklich über und aus dieser Zeit wissen. Sonst verfälschen wir die dargestellte Zeit und bedienen bestenfalls nur falsche Klischees.

Und genau das ist es, was meist die Darsteller mit einem historischen belegorientierten Hintergrund zur Weißglut treiben kann, das falsches vermittelt wird, das Klischees als Historie verkauft und Fernsehsendungen als Geschichte verkauft werden.

Solange man das Kind beim Namen nennt, ist das alles kein Problem, solange kann und soll jeder glücklich werden, wie er/sie es für richtig hält.

Warum ist „A“ böse?

Der Buchstabe steht hier für Authentizität bzw. authentisch, was bedeutet das?

Die Erklärung aus dem Duden:
echt; den Tatsachen entsprechend und daher glaubwürdig

Wie bezieht sich das jetzt auf das Hobby Mittelalter?

Der begriff Authentisch wird benutzt um zu zeigen, das die Darstellung historisch belegt ist – Die Kleidung aus den Materialien besteht die im Mittelalter genutzt wurden – die Farben pflanzengefärbt sind und es so ist wie es gefunden, durch Abbildungen oder Statuen belegt sind.
Somit wäre es besser von historisch belegter Darstellung zu sprechen, als von einer authentischen.

Es gibt auch in der historisch belegten Darstellungen Abstufungen in der Qualität der Darstellung. Der eine arbeitet mit Stoff aus handgewebter und handgesponnener Wolle, der andere mit Wolle die naturgefärbt ist und in allem anderen den belegten Funden entspricht. Wieder andere nutzen modernere Mittel, bei denen das Ergebnis aber aussieht wie.
Das erste ist ganz klar Museumsqualität, auch das 2. findet man in Museen, das 3. genannte kann man manchmal auch schon in Museumsveranstaltungen antreffen – ist aber ein gewaltiger Unterschied. Häufig kommt es alleine hier schon zu Diskussionen anhand von unterschiedlichen Ansichten und Herangehensweisen.


Nun wissen wir also was eigentlich gemeint ist, wenn von „A“ die rede ist.

Was ist jetzt daran böse?
Das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Mir fällt nicht ein, was daran böse/schlecht sein soll.

Auffallend ist aber immer wieder, das sich Darsteller mit historischem Anspruch mit Äußerungen konfrontiert sehen wie:

  1. A macht keinen Spaß
  2. nur ausgebuddelt und angezogen ist A
  3. historische Darsteller sind Besserwisser
  4. wenn es A sein soll dann müsst ihr auch mit der Kutsche zum Markt
  5. Dann müsst ihr eure Plomben aus den Zähnen ziehen lassen und dürft nicht zum Arzt gehen
  6. grabt euch ein Loch und scheißt da rein

Was hat das jetzt aber alles mit der Darstellung zu tun?

  1. Macht historische Darstellung keinen Spaß? Warum macht man das den da? Natürlich macht das Spaß 🙂 sonst würde das ja keiner machen
  2. naja das wäre original, sähe aber teilweise ziemlich doof aus, oder? Das hat auch nichts mit einer Darstellung zu tun,
  3. Deutsche sind Besserwisser, Bayern sind Besserwisser … das kann man endlos fortführen, die gibt’s nämlich überall!
    Historische Darsteller haben zumindest ein großes Wissen und viele sind so nett andere daran Teilhaben zu lassen.
  4. Und Piraten mit Schiff, Orks auf Wargen und Elfen fliegen? Das hat genauso wenig mit der Darstellung zu tun, wie der Beruf den jemand ausübt. Verwechselt nicht Leben mit darstellen. Die Darstellung beginnt mit der Veranstaltung, zumindest im Falle einer Veranstaltung. Natürlich gehört da noch mehr zu, was mit dem Herstellen von Dingen einhergeht etc., aber niemals mit dem Transport zu Veranstaltungen!
  5. Auch hier gilt, nicht das Leben mit dem Hobby verwechseln! Auch historische Darsteller machen das in ihrer Freizeit und führen ein ganz normales modernes Leben, wie jeder andere auch, der irgendeinem Hobby frönt.
  6. Bei einigen Veranstaltungen, wäre das sicher die schönere Lösung, aber da hat der Gesetzgeber was gegen. Und auch hier gilt, historische Darsteller sind moderne Menschen und keiner, wirklich keiner von denen, möchte zu 100% so leben wie in der Darstellungszeit. Auch diese mögen moderne Weiterentwicklungen, die sind ja nicht doof 🙂

Meine Antworten auf die immer wiedergebrachten Argumente gegen historische Darstellung sollte eigentlich für jeden logisch sein. Das sind Totschlagargumente. Aber warum kommen sie immer wieder auf?
Das wüsste ich auch gern und habe ich mich schon oft gefragt.
Mir bleibt nur der Verdacht, das die, die diese Argumente bringen, sich a. – nie wirklich mit Thema auseinandergesetzt haben, sie b. – Provozieren wollen und c. – einfach keine guten Argumente haben. Mag sein, dass auch der ein oder andere wirklich denkt, das Leute mit historischem Anspruch wirklich im Mittelalter leben wollen. Wie man allerdings auf solch eine Idee kommen kann, erschließt sich mir nun auch nicht.

Wo kommt das aber alles her?
Wie ich bereits im Artikel Was ist Mittelalter in der heutigen Zeit? geschrieben habe, denke ich das ein teil daran liegt, das es verschiedene Arten des Hobbys „Mittelalter“ gibt und sich die, die keine historische Darstellung betreiben sich durch diese Minderwertig und herabgesetzt fühlen. Anders kann ich mir dieses Beißen und die Verteidigungshaltung die in dieser Szene eingenommen wird, sobald auch nur der Schatten von historischer Herangehensweise in das Blickfeld gerät, nicht erklären.

Jedenfalls ist das Thema sehr komplex und spannend und wird sicher noch das ein oder andere mal von mir betrachtet werden.

Trägerrock, nicht Schürzenkleid …

Worum es mir geht … Der Trägerrock der Wikingerfrauen

Immer wieder liest man wenn vom Trägerrock die rede ist das es als Schürzenkleid betitelt wird.
Seid wann hat sich das eigentlich so eingebürgert und warum?

Ein Schürze : Eine Schürze, auch Vorbinder oder Vorstecker genannt, ist ein Kleidungsstück, das vor den Bauch und manchmal auch die Brust gebunden wird, um die Kleidung vor Schmutz zu schützen. (Quelle: Wikipedia)

Der Trägerrock aber ist meines wissens nach immer aus feinen und somit teuren Stoffen. Ein Sonntagsstaat, etwas edles das man nicht zur Arbeit trug.
Also warum betitelt man das ganze dann nach einem Kleidesstück, das die gute Kleidung vor Schmutz schützen soll?
Ein weiterer deutlicher Unterschied sollte sein, das eine Schürze vorne festgemacht wird (ausnahme ist ihr die Kellnerschürze, die meist um den ganzen Unterkörper geschlungen und vorne zugebunden wird) – und das Trägerkleid rundum geht. Auch wenn es verschiedene Interpretationen gibt, so ist doch allen gleich, das sich das Trägerkleid nicht auf den vorderen Bereich beschränkt sondern die Seiten und den Rücken mit abdeckt.

Also warum dann dieses Besondere Stück in Verbinung mit einem Arbeitskleidungsstück bringen?

Handarbeit und Wertschätzung

Manchmal bin ich einfach nur geschockt, dann überlege ich meist, ob Lachen nicht doch besser wäre. Heute war mal wieder so ein Tag.

Ich muss mich zur Zeit von meinen Gewandungen trennen, passe nicht mehr rein – eher gesagt bis zur nächsten Saison werde ich 2x hineinpassen. Also habe ich versucht, eine Gewandung – ein Marktkleid, dessen Werdegang hier nach zu lesen ist.Wie man sehen kann, war es eine Menge Arbeit, das Schnittmuster erstellen, die Recherche und auch wenn es mit der Nähmaschine genäht ist, war das nicht so einfach und mal eben gemacht.
Getragen habe ich sehr gerne, aber nur 5x. Passiert, wenn man sich kurzfristig darstellungstechnisch umorientiert.

Wie gesagt, ich habe es in verschiedenen Facebookgruppen eingestellt, Anfragen gab es einige, aber die Presivorstellungen … teilweise unter 20% des Wunschpreises. Damit wäre nicht mal der Stoff gekauft.
Als ob das nicht schon genug wäre, waren die Begründungen, die für die extrem niedrigen Gebote dazu kamen,  dann wirklich heftig:
Es ist ja nur Handarbeit, da gebe ich nicht so viel für.
Wäre es gekauft würde ich ja mehr geben, aber das hast du ja selber gemacht

Was geht nur in den Köpfen der Leute vor?
Was läuft da schief?
Und was bitte mach ich mit dem handgenähte, pflanzengefgärbten Wollkleid nach Fundlage?

Winterprojekte – oder das mach ich im Winter

Wir haben November und es ist die Zeit, in der man sich etwas für den Winter vornimmt. So wie jedes Jahr.
Meistens nimmt man dann mindestens die Hälfte an Projekten mit in den nächsten Winter, den selbst im Sommer schafft man nicht das was man will *unschuldig pfeif*

Ich habe mir dann mal eine Liste gemacht, wie mein Winter so von den Projekten her aussehen soll, das es ganz anders sein wird, ist mir klar.

  • 3 Mützen Nadeln (Weihnachtsgeschenke)
  • 1 Mütze, die dann irgendwann aufgeribbelt wurde endlich fertig und dann in der richtigen Größe machen
  • Gewandung ausmessen und verkaufen
  • Komplett neue Gewandung nähen – 2 Untergewänder aus Leinen, 1 Übergewand aus Wolle und Trägerkleid
  • den Wollstoff dafür färben
  • Wolle färben
  • Stoff ausmisten und sortieren
  • Spinnen lernen
  • 2 paar Socken nadeln
  • aus meiner schönen Krappwolle was machen
  • einen Tisch bauen
  • 2 Untergewänder von Freund fertig stellen, wenn er die Vorarbeit geleistet hat
  • Haithabu Bügeltasche nähen – Und das schwerste:
  • meinen Freund dazu zu bringen seine Winterprojekte in Angriff zu nehmen

das sind dann man die Projekte, die fürs Living History anstehen, abgesehen von denen, die meine Wohnung betreffen und was sonst noch so anliegt aber darum geht es ja hier nicht xD

Ich bin jetzt schon gespannt, was ich den alles davon schaffe und was wirklich im Winter umgesetzt wird.

Zigeuner oder doch Mallorca-Pauschalreise

Die Geschichte ist zwar schon einige Jahre her, noch aus den Zeiten in denen wir beim MPS aufgebaut haben, sorgt aber bei Erzählungen immer noch für Schmunzeln und ungläubiges Staunen, so dass ich sie euch auch hier nicht vorenthalten möchte.

Wir hatten unser Lager beim MPS in Telgte aufgeschlagen. Kein Programmpunkt lag grade mal an, es standen auch mal keine Besucher vor dem Lager um die man sich hätte kümmern müssen, das Wetter war schön. Kurz, es war der ideale Zeitpunkt sich mal gemeinsam an den Tisch zu setzen und sich der ruhigen Phasen des Lagerleben hinzugeben.

Diese ruhige Phase wurde allerdings jäh gestört, als sich ein Vater, in Begleitung seines etwa 12 jährigen Sohnes und seiner etwa 16 jährigen Tochter, vor unser Lager stellte und zu seinem Sohn, mit lauter Stimme sagte: „Siehst du, deswegen sage ich dir immer, dass du in der Schule besser werden musst. Dann kannste dir nämlich auch so nen schönen zweiwöchigen Mallorca-Urlaub leisten wie wir dieses Jahr und musst nicht so wie diese Zigeuner von Ort zu Ort reisen und ein armes Leben leben. Hätten die mal was vernünftiges gelernt müssten die das auch nicht.“

Vieles hatten wir schon gehört, aber das war nun schon das härteste was uns bisher so an die Ohren gekommen war. Und so saßen wir alle, irgendwo zwischen Fassungslosigkeit und Staunen gefangen, am Tisch und keiner Regung fähig. Alle? Nicht alle! Unser Lagerleiter, sonst auch bei den unerwartetsten Sprüchen von Besuchern meist beherrscht, stand auf, ging in Richtung der Besucher und machte dabei ein Gesicht, dass, wenn man unseren werten Lagerleiter kennt, nicht wirklich Gutes zu verheißen versprach.

„Entschuldigung werter Herr“, hörte man ihn sagen. „Es tut mir wirklich leid, dass ich Zigeuner es bisher in meinem Leben nur zu zwei Studiengängen, sowie zwei weiteren Berufsausbildungen gebracht habe und derzeit auch nur als selbständiger Personalberater und Gründercoach mein trauriges Dasein fristen muss“, fuhr er fort. „Und ich bedauere es sehr, dass ich mein Geld nicht in irgendwelche Mallorca-Pauschalreisen gesteckt habe, sondern in mein Lager, welches ich aus reiner Freude und Übermut betreibe. Hätte ich das nicht getan, wären sicherlich die Kosten für die nächsten Mallorca-Pauschalreisen locker gedeckt gewesen. So kann ich es mir leider nur leisten im Sommer drei Wochen nach Andalusien zu reisen und den Winter an einem anderen schönen Ort zu verbringen.“ Nun, letzteres war leicht übertrieben, aber unser Scheffe lief grade im Arrogant-und-eingebildet-Modus. Die Frage „Womit verdienen sie ihr Geld, wenn ich fragen darf“, beendeten seinen Auftritt.

Das Gesicht des Herrn Vaters wurde starr und mit etwas Phantasie konnte man seine Gedanken erahnen. „Huch, der Zigeuner kann sprechen und huch er gibt auch noch Widerworte!“ So packte er seinen Sohn an der Hand und zog ihn, während er sich hastig von unserem Lager entfernte, hinter sich her.

Nun könnte man glauben, dass die Situation damit vorüber war. War sie aber nicht. Die, vorhin kurz erwähnte Tochter, hatte sich das ganze nämlich, offensichtlich für ihren Vater schämend, angeschaut, ließ ihren Vater gut 20 Meter entschwinden bis sie ihm folgendes hinterher rief: „Du Vatter! Warte doch mal. Vielleicht solltest du den Zigeuner und Coach mal fragen was du eigentlich falsch machst, dass du mit deiner kleinen Klitsche immer kurz vor der Pleite stehst und wir uns sogar die, ach so tollen, Mallorca-Urlaube kaum noch leisten können!“

Das war der Moment, wo man den Herrn Vater samt Sohn endgültig enteilen sah und einer der wenigen Momente in denen ich Scheffe sprachlos erlebte.

Das Mädel wandte sich dann an uns und meinte: „Tschuldigung für meinen Alten. Nicht alle Telgter sind so. Und da ich ahne, dass jetzt irgendwie Stubenarrest angesagt ist, kann ich eigentlich auch bis Marktschluss am Gelände bleiben. Sollte ja spätesten um 22:00 Uhr zuhause sein, wenn ich keinen Stubenarrest bekommen wolle. Hm … bekomme ich ja jetzt eh schon.“ Und sie zog vergnügt in die Gegenrichtung zu Vater und Bruder davon. Kurz vor Marktschluss sahen wir sie nochmal an einer Taverne von der sie uns freundlich zuprostete.

Tante im Ritterkleid?

Vor einigen Woche, wir fuhren zur schönen ruhigen Mittelalterveranstaltung an der Burg Vischering in Lüdinghausen, passierte mal wieder etwas das mich zum Schmunzeln brachten.

Wie immer, ich fertig gewandet (Süddänin um 900 – Haithabu), im birke-gelben Wollkleid, geflochtenen Haaren und wendegenähten Schuhen, so völlig unbewaffnet, warum auch bin ja Frau – saß am Rand des Kofferraums und wartete das ich meinem Liebsten die Wadenwickel anlegen durfte – als neben uns ein weiteres Auto parkte. Soweit so gut – war schon etwas eng – Parken ist halt schwer – das Aussteigen aber nicht, sah schon echt elegant aus.
Die Augen von Großmutter und Jungen wurden groß als sie mich da warten sahen und mein Freund mit seinen Wickeln auch endlich ums Eck kam.

„Schau mal, die Tante ist ein Ritter und trägt auch was die Ritter früher alle an hatten. Ist das nicht toll?“

Ich schluckte – schüttelte den Kopf und ohne zu denken, was mir leider häufiger passiert, kamen auch schon die Worte:“ Die Frau hier ist keine Tante, schon gar nicht seine. Außerdem trug ein Ritter sicher nicht solch ein Kleid! Die gab es noch gar nicht zu der Zeit, die ich darstelle!“

Kind grinst, Oma guckt bescheiden und neben mir fängt es an zu husten … Tja, ein prima Auftakt, für ein schönen Markt 🙂

Bis heute frage ich mich allerdings, was ich schlimmer fand, das ich als fremde Frau Tante genannt wurde oder ich als Ritter bezeichnet wurde …

Grabenkämpfe, geschlachtete Welpen oder kann den keiner mehr selber denken?

Da ist man mal ein paar Tage unterwegs, kommt nach Hause und die Nachrichten über Fatzebook erschlagen einen.
Schon lange nicht mehr so mit dem Kopf gewackelt und was zum rein beißen gesucht …

Worum es geht:
Der etwas von sich eingenommene Veranstalter Gisbert Hiller hat sich mit einem ellen langen Text an die FB-Gemeinde gewendet und hat sich ausgiebig über eine andere Veranstaltung und deren Mängel (in seinen Augen) und Ungerechtigkeiten ausgelassen.

In meinen Augen ist das was er da gemacht hat schon ein absolutes No-Go. Da sollen sich aber bitte die Anwälte beider Parteien mit beschäftigen – ich weiß nicht was da war, werde es aber sicher weiterverfolgen.

Was dann aber von den Leuten in den verschiedenen Gruppen, den Gisbert-Hiller-Fans (im folgenden von mir Gisinen* genannt) abging, war der Hammer.
Es wurde ein regelrechter Krieg gegen Anno 1280 Heerlager und Mitarbeiter ausgerufen!
Es gab Schmähungen, Beleidigungen unbegründete Vorwürfe und sogar Gewaltandrohungen habe ich lesen müssen.
DAS GEHT EINFACH ZU WEIT!

Erst hat Gisbert Hiller mit seinen Werbeposts auf seiner FB- Seite einen Krieg zwischen Reenacter und MPS- Fans versucht herauf zu beschwören, was ihm zu einem Gutteil auch gelungen ist nun versucht er nicht nur anscheinend Konkurrenz zu beseitigen (sry aber der Verdacht drängt sich einfach auf) er treibt auch weiter seinen Keil in die Szene!
Soll er machen, sind ein freies Land aber das wir, die die Szene ausmachen das Spiel mitspielen … das ist das schlimmste.
Warum kann man nicht einfach alles nebeneinander gelten lassen? Das Mps als Festival und die kleinen Veranstaltungen als Märkte?
Für beides gibt es Publikum, beide Veranstaltungsarten haben damit ihren Raum.
Aber das was jetzt anscheinend los getreten wird … ich möchte da gar nicht drüber Nachdenken …
Die die auf diesen Zug aufspringen, sollten sich schämen. Sie sind es die eine Gefahr darstellen – für die Szene und das für das diese mal Stand.
Als ich vor mehr als 15 Jahren mit dem Hobby angefangen habe – ja auch damals war ich ein GroMi – und oh wunder ich hatte Spaß dabei – war das alles noch anders – klar dreht sich die Welt weiter, alles ändert sich aber warum bitte zum schlechten?
Als ich in die Szene hinein rutschte, da war man eine Familie egal was man machte – natürlich gab es damals auch schon vereinzelte A-Päpste, aber die GroMi-Päpste fehlten – heute ist es so, das es weniger A-Päpste gibt, auch wenn die ,die noch herum laufen stunk machen wie die 10-fache Menge, aber nun gibt es eine Gruppe von unzähligen GroMi-Päpsten die inzwischen weit schlimmer sind als alle A-Päpste zusammen! Und genau da greift Gisbert Hiller ein und verstärkt den Graben zwischen den verschiedenen Szene Teilen (hier erklärt und aufgedröselt: https://devandrael.wordpress.com/2015/05/27/was-ist-mittelalter-in-der-heutigen-zeit/ )
Aber wir sind es, die das zulassen!

Bitte denkt nach bevor ihr alle auf einen Zug aufspringt und einem Veranstalter- (gott) oder ähnlichem hinter her lauft wie die Lemminge. Den genau den Eindruck habe ich von vielen hier!

*Gisinen = fanatische Fans des MPS und dessen Veranstalters die alles was dieser sagt und macht in höchsten Tönen loben ohne nachzudenken. MPS-Fans die keinerlei Kritik, sei sie noch so gut gemeint akzeptieren können und alles andere als minderwertig und einen abklatsch des MPS ansehen. Die jegliche Kritik am MPS und dessen Veranstalter als persönlich Angriff werten oder davon ausgehen das jeder der Kritik am MPS und dessen Veranstalteter ausspricht auch gleich 100 Retriever-Welpen töten wird.

Was ist Mittelalter in der heutigen Zeit?

Hallo,
nachdem mal wieder in verschiedenen Gruppen die „A-Leute“ von den „GroMi-Leuten“ angemacht wurden und auch GroMi-Leute“ von „A-Leuten“ angegangen wurden frag ich mich mal warum das so ist.
Ich denke, das ein Hauptproblem darin liegt, das immer wieder verschiedenen Hobbys in einen Topf geworfen werden!
Es ist schwer, alles zu trennen, da es sehr viele Schnittpunkt gibt, bei dem was wir alle „Mittelalter“ nennen.
Wir treffen uns auf sogenannten Mittelaltermärkten, MittelalterFestivals, Ausstellungen und Konzerten. Aber anstatt einfach nur Spaß zu haben, jeder nach seiner Fasson, kommt es immer wieder zu unschönen Szenen. Und das Verhalten von einigen Veranstaltern verschärft diesen Hass, den es anscheinend in den Szenen gibt, nur immer mehr.
Woran kann das liegen?
Ich denke ein Grund ist, das viele von einem Hobby ausgehen, aber wir hier von mehreren Hobbys reden müssen.
Einmal die Reenacter – gern auch als A-Päpste beschimpft – das sind die, die konkrete geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise darstellen. Und über diesen Weg der historischen Wiedererlebbarkeit Geschichte verständlich und erlebbar machen.
Living History – auch immer gern zu den A-Päpsten gezählt und beschimpft – sind die, die die historische Lebenswelten Darstellen, deren Kleidung, Ausrüstung und Gebrauchsgegenstände in Material und Stil möglichst realistisch, der dargestellten Epoche entsprechen.
Häufig ist hier wie bei den Reenactern, Wissensvermittlung ein Teil der Darstellung.
„Mittelaltermarktgänger“ – das sind alle die, die auf Märkte und Mittelalterfestivals gehen – die sich eine Gewandung anlegen und die Stimmung, das Ambiente und die Musik genießen. Diese Leute interessieren sich meist für das „leicht geschönte“ Hollywood-Mittelalter und sehen die Authentizität als nicht so wichtig an, solange das Ambiente stimmt.
Larper – eine sehr vielschichtige Szene:
Live Action Role Playing (LARP) oder Live-Rollenspiel bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur auch physisch selbst darstellen. Es handelt sich also um eine Mischung aus dem Pen-&-Paper-Rollenspiel und dem Improvisationstheater. Das Spiel findet in der Regel ohne Zuschauer statt. Die Teilnehmenden können im Rahmen einer Rolle, die die eigene Figur und ihre Eigenschaften und Möglichkeiten beschreibt, frei improvisieren. Die Spielfigur wird Charakter genannt. Soweit möglich, finden Liverollenspielveranstaltungen an Spielorten statt, deren Ambiente dem Szenario der Spielhandlung entspricht und die Charaktere werden mit einer entsprechenden Gewandung kostümiert. Quelle: wikipedia
Viele der Liverollenspieler spielen in Fantasywelten, die meist mittelalterlich angehaucht und inspiriert sind. So ist es fast logisch, das sich auch viele Menschen aus dieser Szene für das Mittelalter interessieren und Mittelaltermärkte besuchen, sich für Schaukampf begeistern und manchmal auch in den Bereich Living History oder Reenactment rutschen.
Besonders erwähnt sollte hier auch die Szeneteile der Histolarper oder Reenactlarpments sein. Die Vertreter dieser Szenen legen ebenso Wert auf eine belegbare Ausrüstung wie Reenacter und Living-History-Leuten.
Jedoch gibt es auch hier Unterschiede , zu sehen besonders an den Waffen. 🙂
Klassische Mittelalterszene – Märkte, MPS, Konzerte und Stadtfeste.
Hier findet man alles das, was oben aufgelistet und erklärt ist. Das es bei den Unterschieden verschiedenen Hobbys da schon mal zu -verquickungen kommen kann, ist da eigentlich normal, nur was im Laufe der Zeit daraus geworden ist, lässt mich immer wieder den Kopf schütteln.
Dann gibt es die die zwischen verschiedenen Szenen hängen, den wie bei jedem Hobby, entwickelt man sich im Laufe der Zeit weiter und in neue/andere Richtungen. Und natürlich die, die beginnen sich mit dem Mittelalter zu Beschäftigen.
Diese Gruppen sind meist die, die am meisten Fragen stellen und am leichtesten zu beeinflussen und verunsichern sind.
Nun zu dem, was gerade in den Gruppen hier immer wieder zu „Verstimmungen“ sorgt:
Es werden Äpfel mit Birnen verglichen und oft genug sogar Äpfel mit Eiern – ist ja alles zum essen …

Natürlich hat jeder der verschiedenen Szenen seinen eigenen Anspruch, aber das ist kein Grund den des anderen schlecht zu machen. Jedoch scheint es inzwischen normal zu sein jeden gleich an zu fahren, als ob man kleine Welpen schlachte will, nur weil man sich unklar ausdrückt, oder den Ansprüchen des Gegenübers nicht entspricht.
Das Entscheidende sollte sein, das man sich bei Fragen klar und verständlich ausdrückt, so dass die, die helfen wollen und können, auch entsprechend auf einen eingehen können.
Wie bereits oben beschrieben, gibt es eine Menge an unterschiedlichen Ansprüchen die man haben kann – und wenn diese nicht klar von einander getrennt werden, kommt es einfach zu Streitereien!

Es sollte allen klar sein, das wenn man historisch sein möchte, es keinen Spielraum geben kann – es gibt Funde, bildliche Darstellungen und Statuen, an Hand derer man hier arbeiten muss!
Natürlich sind gerade bei Gewandungen auch immer Interpretationen möglich – nichts anderes sind Rekonstruktionen von Archäologen auch. Statuen sowie Bildquellen sind auch immer eine Auslegungssache, jedoch muss hier auf den wissenschaftlichen Wissensstand geachtet und dieser bei Interpretationen  berücksichtigt werden.
Hier sind Materialien, Nähart und Schnittmuster die den Funden etc. Entsprechen müssen – was heißt, keine Baumwolle, Leinen als Untergewand, Wolle  für das Obergewand. Untergewand = Unterwäsche – also bitte nicht zur Schau tragen!
Die Sitten waren andere – auch wenn sie sich im 1000 Jahren immer wieder geändert haben – so blieb doch immer wieder einiges  ähnlich. Hier sollte man sich schlau machen, was den zur Zeit die man darstellen möchte den üblich war –  es gibt einen Haufen an Quellen – besonders schön die kirchlichen, auch wenn wir Frauen da leider sehr schlecht weg kommen – war aber nun mal so!

Was ist nun also mit denen die keinen Wert auf historische Qualität legen?
Erst mal ähnliches – wissen was man machen möchte und sich dann an die Recherche machen!
Hier ist man aber was Materialien und alles andere angeht deutlich freier in seiner Wahl. Es soll „ambientisch“ sein? Dann an Quellen wie Bildern und Statuen sowie an Archäologische Quellen orientieren und gerne auch moderne Mittel wie Nähmaschine und Kunstgarne nutzen – aber bitte daran denken, das man hier kein Abbild der Geschichte, sondern lediglich ein ambientischs Bild abgibt.
Und was ist Fantasy?
Wie bei allem anderen auch! Quellen Recherche – wissen was man machen möchte und worauf man aufbauen will!
Eine Gewandung nach „Der Herr der Ringe“ ist etwas ganz anderes als eine nach „Pirates of the Caribbean“.
Was mir aber zusätzlich wirklich immer wieder aufstösst, ist das mit dem Begriff Fantasy sich herausgeredet wie – von wegen ist egal wie es aussieht, alles Fantasy – das ist unfair den Leuten gegenüber, die wirklich eine fantastische Darstellung betreiben – diejenigen, die den Begriff verwendet um sich und ihre Sachen feinzureden, sorgen einfach für schlechte Stimmung- die sind es doch oft auch, die immer wieder behaupten: „historisch“ macht keinen Spaß und die die das machen gehen in den Keller zum lachen – so etwas ist beleidigt und greift an. Warum macht man das bitte?
Keine der Spielarten ist besser als die andere – sie sind verschieden und das ist doch schöne, das man auf Märkten Hochadlige Damen, Ritter, Wikinger, Franken, Kelten neben Elfen Orks und Piraten sehen kann. Und jede Gewandung die gut gemacht ist, ist eine Freude fürs Auge! Aber die, die bei Verantsaltunge eine „Art“ Gewandung an haben, um sich Vorteile zu verschaffen oder gar den Eintritt zu sparen, sollten uns allen gegen den Strich gehen. Den das ist Betrug! Betrug am Veranstalter und auch an uns, die wir viel Geld und noch mehr Herzblut in unsere Darstellung stecken und da ist es vollkommen egal was man nun macht, ob Larp, Fantasy, Reenactment oder Living-History!
Gegen diese Menschen sollten wir vorgehen den diese zerstören nicht nur das Ambiente und den Charme der Märkte sondern auch das Bild, das wir alle versuchen aufzubauen – das von einer anderen Zeit/Welt in die wir und alle Besucher schlüpfen um dem Alltag zu entfliehen!