Thorsberghose

Material: Stoff: Wolle-Seide-Gemisch Rautenköper
Garn: Wolle-Seide ungefärbt
Nadel: moderne Nähnadel

Um den Schnitt auszuprobieren wurde zuerst ein Probestück aus einem alten Bettlacken Maschinen genäht.
Danach dann das Schnittmuster auf den eigentlichen Stoff übertragen und zugeschnitten.

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Anlegen der Nahtzugabe

Ich habe begonnen in dem ich die einzelnen Teile erst einmal angelegt habe – sprich die Nahtzugaben mit dem Überwendlingstich an genäht.

Überwendlingstich

Überwendlingstich 

Im Anschluss wurden dann erst das Mittelstück hinten an das linke Bein genäht. Darauf gefolgt von dem Mittelstück auch hier habe ich wieder den Überwendlingstich benutzt.
Hierbei habe ich darauf geachtet, möglichst nah beieinander zu nähen damit die Naht auch gut hält und möglichst kleine feine Stiche zu setzen.
Ebenso beim Anlegen der Nahtzugaben – immer darauf achten das man kleine feine Stiche macht. Eine Handnaht muss nicht grob sein.

Als nächstes kam das 2. Bein dazu, genau so wie beim ersten Bein habe ich hier darauf geachtet alles mit feinen Stichen zusammen zu fügen.
Hierbei war das schwierigste alles exakt zusammen zu stecken. Besonders schwierig war es das bein an den hinteren Lappen zu fixieren, da es wie so oft, zu leichten Messungenauigkeiten kam. Aber auch das bekam ich mit einigem hin und her schieben hin. Allerdings gibt es da jetzt eine ganz kleine Falte, fällt allerdings nicht wirklich auf und ist auch nicht unbequem.

Das schlimmste beim nähen waren aber die Gürtelschlaufen. Noch nie etwas so nerviges gemacht. Ich brauchte für diese fast so viele Tage wir für den Rest der Hose.

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Gürtelschlaufe annähen

Zuerst außen wieder mit Überwendlingstich angenäht, danach umgeklappt und innen ebenfalls mit dem selben Stich fixiert. Damit die Schlaufe beim Tragen nicht ausreißen kann habe ich diese noch einmal mit einigen Stichen oberhalb der Überwendlingsnaht mit einem einfachen Stich fixiert.  Ob das reicht, wird die Zeit zeigen.

Hier nun die fertige Hose.


Wie meistens bei der Thorsberghose ist diese im oberen Bereich etwas weit – dies wird bei der nächsten noch einmal optimiert werden.

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Handarbeit und Wertschätzung

Manchmal bin ich einfach nur geschockt, dann überlege ich meist, ob Lachen nicht doch besser wäre. Heute war mal wieder so ein Tag.

Ich muss mich zur Zeit von meinen Gewandungen trennen, passe nicht mehr rein – eher gesagt bis zur nächsten Saison werde ich 2x hineinpassen. Also habe ich versucht, eine Gewandung – ein Marktkleid, dessen Werdegang hier nach zu lesen ist.Wie man sehen kann, war es eine Menge Arbeit, das Schnittmuster erstellen, die Recherche und auch wenn es mit der Nähmaschine genäht ist, war das nicht so einfach und mal eben gemacht.
Getragen habe ich sehr gerne, aber nur 5x. Passiert, wenn man sich kurzfristig darstellungstechnisch umorientiert.

Wie gesagt, ich habe es in verschiedenen Facebookgruppen eingestellt, Anfragen gab es einige, aber die Presivorstellungen … teilweise unter 20% des Wunschpreises. Damit wäre nicht mal der Stoff gekauft.
Als ob das nicht schon genug wäre, waren die Begründungen, die für die extrem niedrigen Gebote dazu kamen,  dann wirklich heftig:
Es ist ja nur Handarbeit, da gebe ich nicht so viel für.
Wäre es gekauft würde ich ja mehr geben, aber das hast du ja selber gemacht

Was geht nur in den Köpfen der Leute vor?
Was läuft da schief?
Und was bitte mach ich mit dem handgenähte, pflanzengefgärbten Wollkleid nach Fundlage?

Haithabu Bügeltasche

Bügeltasche

Bügeltasche

Nach dem ich seid fast einem Jahr Bügel hier liegen habe, konnte ich mich endlich aufraffen und das Projekt starten.

Stoff wurde im laufe des Jahres zusammen mit Garn gefärbt, war also alles bereit und gab keinen Grund das ganze so lange auf zu schieben.

Erst wurde überlegt, wie groß der Beutel werden sollte, was ja anhand der Bügel eigentlich schon ein wenig vorgegeben wird. Ich entschied mich dafür das die Tasche mittig von einem Trägerloch zum anderen sollte. Nun kam das zuschneiden.

Was aber schwieriger war, als gedacht. Ich musste erst den Stoff suchen.

Ich bin so gut im wegräumen. Ich kann alles so gut wegpacken, das es nicht wegkommen kann und nichts dran kommt, nur neige ich dazu zu vergessen wo ich was hin geräumt habe, zumindest Dinge die ich nicht ständig oder regelmäßig brauche. Halt so wie den Stoff. Dazu kommt, das ich inzwischen 3 Kisten/Schachteln habe in denen ich Stoff aufbewahre, plus 2 Schubladen in meiner Kommode.

Das wäre doch ein gutes nächstes Projekt, Stoff ausmisten! Das liest sich aber fies oO

Nach längerem Suchen fand ich aber alles, bzw. ich lies finden und so konnte es losgehen – da ich beim zuschneiden immer kurz vor einer Panikattacke stehe, lies ich das mal machen 🙂

Das zusammenstecken konnte ich dann wieder übernehmen. Ebenso das nähen. Das leinene Inlay war schnell fertig, so das ich dann endlich mich hinsetzen konnte und den Wollstoff verarbeiten durfte.

Überwendlichstich - draufsicht

Überwendlichstich als Verbindungsnaht

Hier nähte ich mit dem Überwendlichstich.

Dabei wird die Nadel durch den Stoff gezogen, über den Stoffrücken gelegt und wieder auf der selben Seite wie zuvor durch den Stoff gezogen:

Überwendlichstich + Heftstich

Verbindungsnaht mit Heftstich

Zuerst verband ich mit dem Stich die Stoffe so das sich ein Beutel bildete, anschließend wurde dann die Nahtzugabe angelegt. Schwierigkeitsgrad : leicht – aber langwierig. Es dauerte alleine 2 Abende diese recht kurzen Nahtzugaben anzulegen, aber mit der richtigen Serie oder einem guten Film, merkt man die Arbeit gar nicht ^^

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Nahansicht

Ich empfehle hier, doch erst die Nahtzugaben anzulegen, da ich das andersherum gemacht habe und doch etwas kämpfen musste, da der Stoff leicht unglücklich lag und ich meine Finger etwas verbiegen musste. Aber wie man sehen kann, hat es ja trotzdem geklappt.

Tasche hat also schon mal Taschenform

Was noch fehlt - Tasche an die Bügel

Einzelteile

Anbei sieht man die Teile mit denen nun noch die Tasche an die Bügel genäht wird.
2 Bügel à 4 Öffnungen für Verbindungsstücke.
Hier wurde erst röhren aus Wolle und Leinen genäht, welche dann umgestülpt wurden.

Zuerst wurde wieder alles festgesteckt, da die Stecknadeln aber beim nähen stören, habe ich mit einem groben Heftstich wieder alles erstmal aneinander geheftet. Auch hier wurde der Überwendlichstich genutzt, möglichst klein und eng genäht damit die Schlaufen auch etwas Gewicht halten können.

Inzwischen hatte ich mich an das nähen wieder gewöhnt und dachte, ach das mach ich doch mit links – falsch gedacht – durch 6 Schichten Stoff, davon 3x Wolle, 3x  Leinen und die Nahtzugaben, ist dann doch nicht so einfach. Aus Angst um meine schöne Knochennadel wechselte ich auf eine neue Metallnadel, die jeder zuhause hat und stach mir auch prompt in den Finger – aber ich schaffte es zumindest nicht mein Werk voll zu bluten. Ab und an blieb ich dann auch noch im Stoff hängen, Webkante des Leinenstoffes getroffen. Mit etwas mehr druck auf die Nadel ließen sich diese Stellen aber auch noch gut vernähen.

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Fertige Tasche

Material:
Wollstoff – leinwandbindung Birke+Eisensulfat gefärbt
naturfarbenes Leinen vom Schweden
Standard Nähzwirn
Wollgarn, 2-fach verzwirnt Birke+Eisensulfat gefärbt
Knochennadel
Standard Nähnadel

Nähsession. 2.02

Die Ärmel oder wie war das doch gleich?

Nach ausreichend Zeit zum erholen, nach der letzten katastrophalen Nähsession trafen sich Zofe und Herzogin wieder um weiter zu arbeiten. Die Ärmel waren an der Reihe. Wir hatten uns da ja etwas besonderes überlegt. Zwar nicht „A“ aber dafür schön 😀 Zumindest kann ich diese Art eines Trompetenärmels nicht belegen, was ja in der Szene als unmöglich gelten kann *kicher *.
Die Ärmel wurden erst mal als klassische Trompetenärmel zugeschnitten, pro Ärmel 2 Teile, diese wurden an einer Stelle zusammen genäht, und danach alles für den Tunnelzug vorbereitet.

Dies Aufgabe wurde natürlich der Dame überlasse die es konnte und das war nicht ich 😀 Ich saß einfach nur da und staunte was meine Freundin da alles mit dem Stoff veranstaltete und dafür sorgte das es auch wirklich ein Ärmel wurde. Ich bin immer wieder beeindruckt wie so viele Einzelteile nach und nach ein Kleidungsstück wird

Schwierig wurde es wieder als es darum ging, den ersten Ärmel an das Kleid zu bekommen, ich hatte bis dato keine Ahnung davon und meine Nähkönnerin war sich nicht sicher wie das jetzt ging. Zwar bin ich eine absolute „Nichtwisserin“ im nähen, Ärmelaber im Beschaffen von Infos bin ich ganz gut also schnappte ich mir den Lapi und begann mal zu recherchieren. Nach ein paar Minuten hatte ich auch gleich das richtige Video bei der Hand so das die Zofe sich das ganze wieder ansehe und wieder an die Maschine setzen konnte um anzufangen. Die Ärmel waren dann schneller eingenäht als gedacht. Zwar war die „Künstlerin“ mit dem ersten Ärmel nicht zufrieden, was dazu führte, das sie das Teil noch mal trennte und das ganze Prozedere wiederholtem, aber am Ende hatte mein Untergewand wirklich 2 wunderschöne Ärmel

Nun ging es darum, das Kleid zu kürzen und um zunähen, der letzte Schritt zu meinem Kleid, die Vorfreude war grenzenlos. Ich schlüpfte also in das Kleid kämpfte etwas mit den Ärmeln ( aber die sind toll *.*) und stand bereit damit meine Zofe abstecken konnte. Natürlich trug ich dafür meine Marktschuhe, bringt ja nichts die Länge auf meine geliebten DocMartens abzustimmen, wenn ich die zu dem Kleid nie tragen würde. Ja, manchmal bin ich recht pfiffig xD

KleidNun folgte also der Endspurt, die Zielgerade hatten wir vor Augen jetzt musste nur alles klappen, die Nadel nicht brechen, der Faden nicht reißen und die Zofe entspannt bleiben … Spannung … Spannung … und … das Kleid war fertig! Alles klappte vorzüglich. Es passt, sitzt und ist genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe!

Nun fehlen noch die Bänder für die Ärmel, die werde ich im laufe des Monats noch weben, das Überkleid kommt auch noch, aber nun machen wir erst mal ne Woche Nähpause.

Nähsession 2.01

Ein weiterer Tag und ein neuer Versuch Geren an das Unterkleid zu bekommen.
Alles wurde vorbereitet, der Tisch aufgebaut, Kaffee gekocht und Keckse verteilt. Näherin kam etwas verpätet aber mit guter Laune. Die Nähmaschine wurde aufgebaut und … wieder abgebaut, da dies neumodische Zeug einfach nicht ohne Stromkabel funktioniert. Dieses wurde von der werten Zofe schlicht vergessen. Also musste die Nähtante des Herzogs herhalten, ob das so eine gute Idee war? Schließlich ist die eigen, eine regelrechte Diva. Aber egal wir wollen ja fertig werden! Also die nächste Maschine aufgebaut und erstmal enau angesehen, eine neue Spule für den Unterfaden bestückt und dann alles zum nähen vorbereitet.

Die Herzogin selbst hatte bereits an einem anderen Tag die Geren auf Anleitung der Zofe mit Stecknadeln befestigt, so das die Näharbeit sofort beginnen konnte.Geren feststecken

Die Zofe begann mit der letzten Gere um, nachdem sie den Anfang gemacht hatte, mich ungeschicktes Stück Fleisch an das gute Stück zu lassen. Hatte ich erwähnt, das ich soviel Ahnung vom nähen habe, wie Schweine vom Fliegen? Nein? Dann wisst ihr es jetzt ^^
Aber ich bin ja kein Spielverderber, ich habe es versucht, ich nahm den Kampf mit der Nähmaschiene auf. Die ersten paar Stiche waren ok, aber dann … aufeinmal wurden die Stiche viel größer … also anhalten und nochmal versuchen. Wieder liefen einige Stiche problemlos, solange bis sich der Faden am oberen Teil aufkräuselte. Also Stoff aus der Maschiene nehmen, Faden kürzen und neu einfädeln, dann Stoff wieder unter den Fuß und weiter … ja einen, ich sage es noch mal, einen Stich – da kräuselte sich die verdammte Sch… schon wieder! Also noch mal. Diesesmal hielt es ca. 15 Stiche und wieder den Faden kürzen und neu einfädeln, ich hasse einfädeln.
Aber nun war ich auch sauer, sollte ich mich von so einem blöden Gerät etwa unterkriegen lassen? Nein, ganz bestimmt nicht.
Also noch mal neu einspannen und dann weiter machen. Das ganze noch mehrfach, aber ich gab nicht auf, nein ich nicht. Kurz vor schluß, ca. 15 cm vor Saum zerlegte sich der Faden ein letztes mal, aber das war mir egal. Ich hielt durch und schaffte es, eine Seite der letzten Gere einzunähen. Die Stecknaddeln hatte ich zwar entfernt, weil sie einfach störten aber es hielt und sah gar nicht so scheiße aus. Aber ich gebe zu, danach hatte ich echt keine Lust mehr. Die nächste Naht überlies ich der Zofe, die allerdingss genauso kämpfte wie ich.
Diese Nähmaschiene mochte uns einfach nicht, anders lässt sich das ganze nicht erklären 😦
Danach hatten wir auch einfach die Schnauze voll. Soviel ärger, nur wegen einer blöden Gere … ja, die Nähmaschiene hat uns klein bekommen, ich gebe es zu.

DSCI0329Aber das sollte es nicht gewesen sein, eine Woche später traffen wir uns wieder um die letzte Gere einzzu nähen. Und siehe da, mit der Nähmaschiene der werten Zofe ging das ganze dann auch problemlos, vor allem da die Zofe das dann selber übernahm und ich mich wieder auf Kaffee kochen und dafür zu sorgen das keinem der Magen auf Grundeis gehen konnte 🙂

Was soll ich also noch sagen? Wir schafften es, das Untergewand wurde soweit fertig gestellt das alle Geren saßen und ich es sogar zumm  ersten mal zur Probe tragen konnte.

Nähsession 2.0

Es ist so weit, nach dem beim ersten Treffen die Schnittmuster erstellt wurden – eigentlich ganz einfach, wenn man jemanden hat der das kann – konnte der Stoff zugeschnitten werden und auch das Nähen konnte beginnen.
Vorbereitungen

Der Teppich wurde komplett mit Stoff belegt, ist bei kleinen Wohnzimmern schon mal so, und dann das Schnittmuster ab auf den Stoff.

Ich, als blutiger Anfänger dachte ach das geht ja fix, Pustekuchen – es wurde hier gezupft, dann nach gezurrt und dann alles wieder verworfen weil man beim auslegen einen Denkfehler hatte. Also noch mal von vorne^^

Auslegen, falten, zurren, schieben endlich durfte ich das Schnittmuster feststecken, klappte ganz gut, habe mich bei allen Teilen nur 1x in den Finger gepickst. Für meine ungeschickten Finger ist das echt gut^^

Mit Hilfe meiner neuen Zofe wurden sogar die Teile für das Untergwand zurecht geschnitten. Vorder – und Rückenteil, die besonders schönen großen Ärmel und die Geren damit mein Po auch Platz findet. Nun konnte das Nähen endlich beginnen, erst noch etwas Kaffee zur Stärkung und dann den Nähtisch aufbauen, das Bügelbrett so hinstellen das man immer noch daran vorbei kommt und die Person die näht, ausreichend Bewegungsfreiheit hat.

Ich setzte mich also aufs Sofa und meine Zofe konnte in ruhe anfangen mein Kleid zu nähen. Das nenne ich aber gute Arbeitsaufteilung, ich gemnütlich auf dem Sofa, mein Lieblingskrimi im Fernsehen und ausreichend Kaffee in Reichweite. Ist es nicht schön, eine Herzogin darzustellen? * hust *

Natürlich habe ich meiner Zofe geholfen, dafür gesorgt das sie immer Kaffee hatte und natürlich das sie ihre Laune, insbesondere beim einnähen der ersten Gere, nicht verlor.

Da wir uns entschieden haben, mit drei Geren zu arbeiten hatten wir da einiges vor uns.Feststecken

Die erste Gere lies sich ohne Schwierigkeiten einnähen, alles lief super aber dann waren die Seitengeren an der Reihe … Es sollte klar sein was da nun kommt, oder? Bei der ersten der beiden Geren lief schon alles schief was schief laufen konnte. Unsere laune ging den Bach ab und nach gut einer ¾ Stunde hatten wir beide die Schnauze voll. Der Nähtag wurde beendet!
Aber für den ersten Tag fand ich hatten wir schon eine Menge geschafft!