Mittelaltermarkt Greven an der Ems

 

Was haben wir uns auf diesen Markt gefreut – nachdem wir den Markt 2 Wochen vorher in Rheine schon nicht ganz so genießen konnten wie gewollt, da der Aufbau des Marktes eher semi-gut war und wir so ziemlich das Ende waren, wo kaum jemand hin kam oder stehen blieb. Außerdem gab es dort schon viele Lücken und eine Menge Lager ohne jeglichen Bezug zum Mittelalter. Trotz allem hatten wir in Rheine ein paar schöne Tage.

Nun aber zum Markt in Greven:

Da ich und mein Freund beide noch bis 17 Uhr arbeiten mussten – naja mein Freund konnte schon eher Feierabend machen, so das als ich gegen 17:40 Uhr pitsch nass nach hause kam, er schon mit dem Packen des Kombis fertig war, kamen wir erst gegen 19:00 Uhr am Gelände an – zum Glück hatte die Ritterschaft von Sollich uns bereits mit angemeldet so das wir durch ein Telefonat mit diesen Leuten bereits wussten wo wir hin sollten. Voller Vorfreude fuhren wir also dort hin – der erste Dämpfer der Vorfreude überkam mich als klar wurde, das wir vor dem Deich aufbauen sollten, also auf dem kleinen Platz direkt am Parkplatz, gegenüber des Schwimmbades. Aber ok, das wird schon schön werden dachte ich und ein paar Besucher werden auch dort hin kommen.
Es gab ein großes hallo und wir begannen mit dem abladen und aufbauen – leider sah ich dabei das mehr oder weniger 10 Meter hinter unserem Zelt der Teilnehmer-Parkplatz begann – so wie das Zelt stand hatten wir einen wunderbaren Blick auf diesen. Es hieß, dass da noch 2 Lager hin kämen, welche dann ja den Blick auf diesen versperren würden.

Gegen 21:00 Uhr war meine Laune dann so richtig im Keller- es kamen keine Lager mehr und das Auto das am weitesten von uns entfernt war stand knapp 3m weg! 20170714_214039 Ich pissig wie ich war, hatte schon keine Lust mehr da zu bleiben – die Zugverbindung hatte ich bereits gecheckt und die war ebenso beschissen wie die Aussicht.
Ausgeglichen, wie ich in solchen Momenten bin, kam meine Tendenz zum Sarkasmus deutlich hervor, was meine Mitmenschen wenig begeisterte.

Zumindest brachte ich die Herren dazu, sich einmal mit den Veranstaltern zu unterhalten. Ich blieb besser im Lager, da ich nicht gerade zu einer menschenfreundlichen Diplomatie neige.

Was kam dabei rum?
Die Autos blieben stehen, die Lücke blieb, jedoch entschuldigte man sich für die Unannehmlichkeiten, was allerdings nichts an der Aussicht änderte.
Wir stellten dann mal eben unser Lager um, zum Glück haben wir ja ein Osebergzelt, mit 4 Mann ist das ja schnell verrückt … also erst mal aus dem weg stellen, Bett dahin wo das Zelt hin sollte dann das Zelt drüber und das Sonnensegel wieder neu angebracht dauerte knapp 20 min und man musste das Elend der Fahrzeuge nicht mehr sehen, außer man saß bei der Ritterschaft, ganz konnten wir uns also den Blick auf den Parkplatz nicht verstellen.20170714_222751
Meine Laune war besser aber nicht gut. Ändern konnte ich aber nichts weiter. Mit interessierten Besuchern rechneten wir dann für das Wochenende auch nicht mehr.

Die Nacht war dann doch ganz gut, sogar ohne Zeltheizung war mir warm. Wachte trotzdem mit Halsschmerzen auf. Aber was soll‘s, Schwund ist ja bekanntlich immer.
Der Markttag begann und wie ich es erwartet hatte, die ersten Besucher kamen, schauten und drehten 5m vor unserem Lager um. Na denn, dachte ich, dann wird das halt mal ein entspannter Markt ohne Publikumsverkehr.
Da hatte ich aber falsch gedacht!
Es dauerte zwar bis zum frühen Nachmittag, allerdings ging es dann richtig los. Noch nie ist es uns passiert, das wir mit alle Mann zusammen standen und erklärten – 2 Leute am Tisch mit der Wolle und dem Nadelgebundenen, einer an der Rüstung – dann kam Mark, der Schreiber der Ritterschaft und der Herzog selbst stand an seiner Rüstung und erklärte dort . Die Besucher standen Schlange – erst bei uns, dann bei der Birka-Rüstung um dann weiter gehen zu können und sich über das Hochmittelalter zu informieren.Zwischenzeitlich standen locker 30 Besucher bei uns am Ende um Fragen zu stellen und auch mal auszuprobieren. Wir brauchten sogar ein Pause-Schild damit wir mal in ruhe etwas essen konnten 😀 naja in ruhe nicht wirklich aber zumindest mal eben was essen.
Auch wenn das furchtbar anstrengend war, so war das doch wunderschön, soviel interessierte Besucher zu haben. Einer kam sogar später noch einmal wieder um sich zu bedanken, das wir uns soviel Zeit nehmen würden, das wir so freundlich wären obwohl doch so viele Leute was von uns wollten, das wäre bei den anderen Lagern nicht der Fall. Ich gebe zu, da habe ich mich schon ganz schön gebauchpinselt gefühlt.

Auch haben diese vielen netten und lieben Besucher dieses Wochenende zu einem ganz besonderen und tollen gemacht, obwohl ich Freitag Abend echt nicht mehr damit gerechnet habe, das es mir überhaupt Spaß machen würde.

Außerdem gab es an diesem Markt ein tolles Geschenk
Am Samstag bekamen wir Besuche von Florian Lünne, einem Lieben Freund den ich schon viele Jahre von Mittelaltermärkten kenne. Dieser brachte uns ein ganz tolles 20170719_194410Gastgeschenk mit, das wir dann noch in unserem Lagerfeuer brennen durften 🙂

Beim nächsten Markt wird es dann eingeweiht

Der Sonntag war ähnlich dem Samstag, man kam zu nichts da wir von Besuchern belagert wurden – und ja, das war toll. Auch wenn ich den Sonntag zum Großteil im Zelt verbringen durfte, bzw. weit ab sitzend, da mich eine Sommergrippe erwischt hatte – die mich übrigens immer noch in ihren Klauen hält, aber ich bekomme sie bis zum nächsten Wochenende schon noch klein.

Das einzige was noch mal so Richtig besch… war, dass es Punkt 18:00 Uhr natürlich anfing zu Regnen!
Also alles nass rein kam. Heute ist aber alles trocken und ab morgen darf mein kleines Auto auch wieder in die Garage.