Norddeich – Wikingerfest 2016

DSCI0011Zum ersten mal besuchten wir das Wikingerfest in Norddeich – hier wurde eine Schlacht im 9.Jahrhundert gefeiert,in der die Friesen die einfallenden Wikinger besiegten und vertrieben.

Aufgrund von Bildern, dem Video auf der Seite des Veranstalters erwarteten wir eine recht hochwertige Veranstaltung mit qualitativ hochwertigen historischen Lagern – soweit das geht^^ –
Leider war dem nicht wirklich so.

Zu erst liefen wir erst einmal durch den Ort, Richtung Wasser, den der Markt findet direkt am Meer statt. Eine in meinen Augen fantastische Location. Etwas mulmig wurde mir aber doch, als wir über den Deich liefen und weit und breit nichts zu erkennen war, was auf einen Markt hindeutete. Auch suchten wir Werbeschilder, fanden dann endlich eins am Deich kurz bevor wir dann endlich Zelte erblickten.

Der Eingangsbereich gefiel mir sehr gut, DSCI0003Holzpalisade mit 2 Türmen – hat schon was. Besser als jeder Bauzaun, den man oft sieht.
Der Platz selber war eine Wiese, die noch immer für Flugdrachen genutzt wurde. So, das nur ein kleiner Teil für den Markt zur Verfügung stand.
Auch wenn ich das Drachenfliegen ganz gern mag, empfand ich es schon etwas störend, die ganze Zeit die Flugdrachen hinter den Zelten zu sehen und die typischen Geräuschen den ganzen Tag zu hören.

Im direkten eingangs Bereich fand man direkt die typischen Versorgungsstände: Beerenweine, Süßkram, Schweinebräter, Brezelbäcker, etc. Ein Highlight war der Schmied, fundiertes Gespräch sowie gute Tipps zur Messerpflege inklusive. Hätte ich etwas mehr Geld in der Tasche gehabt, hätte ich den Truhenbeschlägen nicht widerstehen können.

Die Heerlager vor Ort waren teils ganz gut, aber überwiegend nicht immer zu erkennen was den nun dargestellt wurde. Allen war sehr nett und man kam schnell ins Gespräch. Auch wenn ich zu Anfang recht enttäuscht war, kann ich im Nachhinein sagen das es echt schön war und das lag vor allem an den wirklich netten Heerlagern mit denen wir in Kontakt kamen. DSCI0002Besonders viel ein Lager auf, das ein Schiff dabei hatte und in dem an einem Bogen gearbeitet wurde.

Besonders gespannt war ich auf die Kampfvorführung, da von einem Schauspiel die rede war – also erwartete ich eine Menge und das die Schlacht von Nordendi auch nachgestellt würde. Dem war leider nicht so. s wurde ein wenig auf einander eingedroschen, es gab eine SloMosch-szene, von denen ich eh nie wirklich zu begeistern bin, es wurde hier und da kurz etwas erklärt und das war es. Nun ja,  das obligatorische Kinder gegen die Linie-laufen gab es auch noch.
Die beiden „Moderatoren“ waren zwar ganz lustig, das war es jedoch auch schon. Haben uns das ganze nicht ganz angesehen, sondern haben uns ein überteuertes Bier gegönnt. Der Preis an sich ( 4€) mag ganz ok gewesen sein, jedoch war der Humpen nur halb voll – Hälfte Bier Rest Schaum- nach 2 Minuten stehen sah es dann echt traurig aus.

Mit dem Wetter hatten wir Glück, so das wir einige Zeit in der Sonne am Meer liegenDSCI0012 konnten und auch die Abkühlung der Füße im Meer war einfach toll.

Ob sich die dreistündige Fahrt gelohnt hat? Für mich schon, der Tag war einfach wundervoll und auch wenn ich mehr von dem Markt mehr versprochen habe, so habe ich doch einiges dort erlebt und alleine die Location ist immer eine Reise wert!

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Tante im Ritterkleid?

Vor einigen Woche, wir fuhren zur schönen ruhigen Mittelalterveranstaltung an der Burg Vischering in Lüdinghausen, passierte mal wieder etwas das mich zum Schmunzeln brachten.

Wie immer, ich fertig gewandet (Süddänin um 900 – Haithabu), im birke-gelben Wollkleid, geflochtenen Haaren und wendegenähten Schuhen, so völlig unbewaffnet, warum auch bin ja Frau – saß am Rand des Kofferraums und wartete das ich meinem Liebsten die Wadenwickel anlegen durfte – als neben uns ein weiteres Auto parkte. Soweit so gut – war schon etwas eng – Parken ist halt schwer – das Aussteigen aber nicht, sah schon echt elegant aus.
Die Augen von Großmutter und Jungen wurden groß als sie mich da warten sahen und mein Freund mit seinen Wickeln auch endlich ums Eck kam.

„Schau mal, die Tante ist ein Ritter und trägt auch was die Ritter früher alle an hatten. Ist das nicht toll?“

Ich schluckte – schüttelte den Kopf und ohne zu denken, was mir leider häufiger passiert, kamen auch schon die Worte:“ Die Frau hier ist keine Tante, schon gar nicht seine. Außerdem trug ein Ritter sicher nicht solch ein Kleid! Die gab es noch gar nicht zu der Zeit, die ich darstelle!“

Kind grinst, Oma guckt bescheiden und neben mir fängt es an zu husten … Tja, ein prima Auftakt, für ein schönen Markt 🙂

Bis heute frage ich mich allerdings, was ich schlimmer fand, das ich als fremde Frau Tante genannt wurde oder ich als Ritter bezeichnet wurde …