Freundschaft oder was bleibt wenn sich was ändert

Manchmal fragt man sich und ich im besonderen, womit ich diese Arschtritte des Lebens eigentlich verdiene. Da kämpft man Jahre lang mit seiner Erkrankung und macht und tut um wieder auf den eignen Beinen stehen zu können, man quält sich und versucht es allen recht zu machen – ich habe es über mich ergehen lassen, dass man keinerlei Rücksicht nahm, dass man sich auf meine Kosten profilierte, immer wieder brachte ich Verständnis auf, die Belange und Empfindlichkeiten der anderen, weil ich sie meine Freunde hielt.

Dann jedoch, fruchtete auf einmal die jahrelangen Therapien, mein Zustand besserte sich – ich wurde wieder immer mehr zu mir selbst.
Jedoch kam dies gar nicht gut an – mit jedem Teil Selbständigkeit den ich zurück erlangte wurde ich für die, die sich meine Freunde nannten, schwieriger – den ich war weniger Lenkbar, was hieß das ich kompliziert sei.
Aber das schlimmste was ich ihnen antat, neben dem Gesund werden, war das ich mich auch noch wagte Glücklich zu werden, mich zu verlieben und einen Menschen an meiner Seite zu haben der mich liebt!
So schwer es bis dahin schon war, mit meinen „Freunden“ zurecht zu kommen, nun wurde es noch schlimmer.
Man wendete sich von mir ab, warf mir vor mich verändert zu haben – ok, das hatte ich ja auch, ich war schließlich auf dem Weg Gesund zu werden und meine Probleme in den Griff zu bekommen (wie schrecklich von mir ^^), aber es war so, das ich nicht mehr zu allem „ja und amen“ sagte, sondern wieder die Kraft und Energie hatte bei meiner eigenen Meinung zu bleiben und um des lieben Friedens willen eben nicht mehr Klein bei gab – das passte ihnen natürlich nicht, aber dann auch noch eine in einer glücklichen Beziehung zu leben, das war dann zu viel!
Ich wurde mit Ignoranz gestrafft, es wurde immer wieder vorgeworfen, ich würde mich „auf meiner Erkrankung“ ausruhen, dabei wurde diese jederzeit heran geholt, wenn es darum ging meine Sichtweise auf die Dinge schlecht zu reden, sie wurde zum Vorwand genommen mir Dinge zu untersagen oder wiederum mich dazu zu bringen Dinge zu tun …

Wie konnte es nur sein, das ich mit meiner Erkrankung besser zurecht kam im Leben als sie , die doch alles hatten, ich die keine ordentliche Arbeit hatte, knapp über dem Existenzminimum mich befand, kam und komme mit dem was ich habe  besser zurecht als sie, die alle Vollzeit arbeiten und doch sooooooo zufrieden (hust) sind mit den 12 Stunden die sie an ihren Arbeitsstellen verbringen wenn es mal wenig ist – trotz vielen Widrigkeiten war und bin ich mit meinem zufrieden. Ich denke das dies genau das ist, was „meinen Freunden“ abgeht und was sie sich von mir abwenden ließ.
Ich habe und hatte das, was sie sich vom Leben gewünscht haben, zwar nicht Materiell, aber emotional – das was sie immer versucht haben zu erreichen aber bis heute nicht geschafft haben.

In dem ich das alles nieder schreibe, merke ich, dass sie mir Leid tun – ich bin weiter gegangen, doch sie kamen nicht mit, blieben zurück, gefangen in ihrer Routine, ohne Ausweg oder Perspektive – sie können mir nur Leid tun.

Und doch tut es weh, wieder alleine da zu stehen. Ich überlege immer noch was ich falsch gemacht habe,  aber mir fällt nichts ein, außer mich aus ihrer Schublade entfernt zu haben – wieder ich selbst zu sein und für mich ein zu stehen – das ist aber etwas, das ich nicht als falsch empfinden kann – und will.

Ich werde sie nie vergessen – die Zeit die wir miteinander verbracht haben, im guten wie im schlechten – ich wünsche ihnen das auch sie ihren Weg finden und glücklich werden und lernen sich über das Glück andere zu freuen ohne von Neid zerfressen zu werden.

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